Biotop in der Wörnitzaue übergeben - beispielhafte Zusammenarbeit

Fränkische Landeszeitung, Ansbach , 11.07.2006

Ein Projekt des „Lions-Umweltschutzfonds Mittleres Altmühl- und Mittleres Wörnitztal" sowie des Amtes für Ländliche Entwicklung
Eine neue „Sicherheitsreserve" für den Storch
Mit Hilfe des Landschaftspflegeverbandes ein Biotop bei Wittelshofen geschaffen -
13 Weißstorch-Paare im Landkreis Ansbach

WITTELSHOFEN (sh) - Der Weißstorch fühlt sich wohl im Landkreis Ansbach. Laut Landrat Rudolf Schwemmbauer leben im Moment zehn Prozent der 130 bayerischen Storehen-Paare im Kreis Ansbach. „Wir sind damit dichtbesiedelt." Seit gestern ist nun mit dem Storchenbiotop Wittelshofen eine der letzen Lebensraum-Lücken im Wörnitztal geschlossen.
Die ersten Überlegungen, südlich von Wittelshofen an der Wörnitz Flachmulden und Tümpelflächen anzulegen, wurden 2003 konkreter. Schließlich nahmen sich der „Lions-Umweltschutzfonds Mittleres Altmühl- und Mittleres Wörnitztal" sowie das Amt für Ländliche Entwicklung des Projektes an, unterstützt vom Landschaftspflegeverband.
Der Lions-Umweltschutzfonds ist eine Besonderheit des Lions Clubs Gunzenhausen. Wie Vorsitzender Helmut Lang sagte, habe allein diese Initiative von 1984 bis heute für 30 bis 40 Projekte rund 1,5 Millionen Euro „mobilisiert". Etwa zehn Prozent davon seien Eigenmittel, der Rest Zuschüsse, Fördergelder, Spenden und ähnliches.
Die „besondere Wiese" bei Wittelshofen kostete alles in allem rund 33 000 Euro. Dafür steht dem Storch „eine Sicherheitsreserve" zur Verfügung, wenn es mit dem Nahrungsangebot einmal eng werden sollte, erläuterte der Augsburger Storchenexperte Anton Burnhaüser. Dies könne passieren, wenn ein Sommer besonders trocken ausfalle, oder in einem Jahr mit wenig Feldmäusen. Allerdings sollte das Biotop dann auch „was hermachen", sprich für die Bedürfnisse des Storches gepflegt sein.

Foto: Haberl

Sie alle und noch mehr halfen mit beim Storchenbiotop Wittelshofen (von links): Alfred Engelmaier (Lions Club Gunzenhausen), Storchenexperte Anton Burnhauser (Augsburg), Bürgermeister Hermann Reichert, Helmut Lang (Vorsitzender des Lions Clubs Gunzenhausen), CSU-Landtagsabgeordneter Gerhard Wägemann, Landrat Rudolf Schwemmbauer, Rainer Wiedmann (Amt für Ländliche Entwicklung), Ernst Kettemann (Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes) und Heinz Pfeiffer von der Teilnehmergemeinschaft Aufkirchen-Irsingen.
Foto: Haberl

Die Vertreter von Politik und Behörden fanden durchweg anerkennende Worte. Der CSU-Landtagsabgeordnete Gerhard Wägemann (Weißenburg) sprach von einem „guten Tag". Dem Bürger könne man in Wittelshofen den Storch jetzt besser vermitteln. Landrat Rudolf Schwemmbauer hob hervor, dass es sich um eine landkreisübergreifende Initiative handele. Der Kreis habe den Erwerb der Flächen (insgesamt rund 2,1 Hektar) gern mit Mitteln des Naturschutzfonds unterstützt.
Rainer Wiedmann (Amt für Ländliche Entwicklung) und Heinz Pfeiffer (Teilnehmergemeinschaft Aufkirchen-Irsingen) schilderten kurz die Entwicklung und blickten auch schon ein wenig in die Zukunft hin zu weiteren Projekten.
Ernst Kettemann, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, wies auf das Problem des Gelderumschichtens in der Landwirtschaft hin und Bürgermeister Hermann Reichert freute sich, was viele Engagierte mit diesem Biotop geschaffen haben.

(mit freundlicher Genehmigung der © Fränkischen Landeszeitung Ansbach)

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