Die ausrangierten Brillen helfen in Uganda

Der Lions Club Gunzenhausen sammelt alte Sehhilfen für Augenkrankenhaus in Tororo

GUNZENHAUSEN – Im Zeitraum vom 10. bis 15. Oktober wird auf Initiative von Augenärzten, Optikern, Selbsthilfeorganisationen der sehbehinderten Menschen und der weithin bekannten Christoffel-Blindenmission die „Woche des Sehens“ durchgeführt. Im Rahmen dieser Aktionswoche wird auf den Wert guten Sehens, die Möglichkeiten der Blindheitsverhütung und die Belange blinder Menschen in Deutschland und in den Entwicklungsländern aufmerksam gemacht.

Der Lions Club Gunzenhausen beteiligt sich durch eine Brillensammlung, die allerdings über den Aktionszeitraum hinausreicht und sich über das ganze Jahr fortsetzt. Ziel ist es, alte, nicht mehr benötigte Brillen, welche oft in den Schubladen ungenutzt herumliegen, an den gekennzeichneten Sammelstellen abzugeben. Die Mitglieder des Lions Clubs werden diese dann an die zentrale Sammel- und Versandstelle der deutschen Lions weiterleiten. Die Brillenspenden aus dieser Aktion gehen heuer an das Augenkrankenhaus in Tororo in Uganda/Afrika. Vor Ort werden dann alle Gläser fachmännisch vermessen, registriert und eingelagert. Eine eingerichtete Brillenbank nimmt die Auswahl und kostenlose Ausgabe an die Sehbehinderten vor. Die Brillen aus Deutschland sind, so wird berichtet, wegen ihrer hohen Qualität nach wie vor sehr gefragt. Sammelstellen sind in Gunzenhausen eingerichet bei Brillerie Böhm in der Sonnenstraße, Foto- Braun am Marktplatz, Marktapotheke und Buchhandlung Fischer in der Hensoltstraße. In Wassertrüdingen ist die Sammelstelle bei Weingandt-Optik in der Marktstraße 16. Der Lions Club ruft die Bevölkerung in Stadt und Land auf, mitzuhelfen, und durch die Abgabe nicht mehr benötigter Brillen vielen Menschen anderswo in der Welt, die sich keine Brille leisten können, besseres Sehen zu ermöglichen.

Das weltweite Engagement der Lions gegen Blindheit hat eine lange Tradition. Sie begann bereits 1925 mit Helen Kellers dramatischem Aufruf an Lions, die „Ritter der Blinden“ zu werden. Den ersten Meilenstein bildete der von Lions erfundene Blindenstock, ein Symbol für die Unabhängigkeit der Blinden. Blindencamps für Kinder, regionale Augenhornhautbanken und vielseitige Unterstützungen für den Bau von stationären und mobilen Augenkliniken, die Ausbildung einheimischer Augenärzte und Optiker in Entwicklungsländern und die praktische Bekämpfung zum Beispiel der Flussblindheit machen die heutige Arbeit aus.

Man muss sich vor Augen führen: Eine Brille macht den Unterschied aus zwischen einem Kind, das normal aufwächst und lernt, und einem, das kaum oder wenig Hoffnung für seine Zukunft hat. 95 Prozent aller Menschen, die an Sehschwäche leiden und weder eine Sehhilfe noch einen speziellen Unterricht erhalten, geht es nur wenig besser als denjenigen, die vollkommen blind sind. Deshalb macht es viel Sinn, daß hierzulande nicht mehr benötigte Brillen weitergegeben werden. Fragen zu der Sammlung beantwortet der Activitybeauftrage des Lions Clubs, Optikermeister Jürgen Böhm, Telefon 09831/88808.

(mit freundlicher Genehmigung des © ALTMÜHL-BOTE, GUNZENHAUSEN, 08.10.2005)

Lionsclub Gunzenhausen Brillensammlung
Gerade die deutschen Brillen sind wegen ihrer hohen Qualität sehr gefragt. Eine geeignete Sehhilfe entscheidet vor allem bei den Kindern über den weiteren Lebensweg.

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