Ein ausgezeichnetes Projekt

Biodiversitätspreis für den Landschaftspflegeverband Mittelfranken

HESSELBERG – Der bayerische Umweltminister Dr. Markus Söder hat auf Schloss Blutenburg erstmals den Biodiversitätspreis des Freistaats verliehen. Ausgezeichnet wurde als Träger des besten Umsetzungsprojekts der Landschaftspflegeverband Mittelfranken, wobei Söder besonders das große ehrenamtliche Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger zum Erhalt der Lebensräume am Hesselberg betonte.

Auch wenn der Landschaftspflegeverband Mittelfranken als Projektinitiator die Auszeichnung entgegennehmen konnte, so würdigt der Preis doch ganz viele Menschen, die sich ehrenamtlich und mit vielen Ideen eingebracht haben. „Ohne diese breite Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern der Hesselberggemeinden, den vielen Engagierten aus den Reihen des Alpenvereins, der Drachen­und Gleitschirmflieger, der Modellflieger, des Lions-Umweltschutzfonds, des Evangelischen Bildungszentrums Hesselberg, vieler Kinder und anderer hätten wir den Preis nicht gewonnen“, so Norbert Metz vom Landschaftspflegeverband, der den mit 3000 Euro dotierten Preis in München entgegennahm. Der gebürtige Dittenheimer dankte allen Beteiligten.

Bild: Altmühl-Bote Gunzenhausen

Umweltminister Markus Söder (links) überreichte Norbert Metz vom Landschaftspflegeverband Mittelfranken den mit 3000 Euro dotierten Biodiversitätspreis.

Ein besonderes Lob sprach Metz dabei neben den Umweltpädagoginnen Hannelore Gebhardt und Karin Schmidkunz und dem Tagfalterexperten Gerhard Engerer aus. Nicht unerwähnt blieb der Illustrator und Grafiker Jörg Dommel. „Ohne dessen Kreativität und die grafische Qualität wäre das Projekt sicher nicht so gut geworden“, so Metz.

„Die Bewahrung der Schöpfung ist das Leitmotiv. Gemeinsam müssen wir die Artenvielfalt erhalten und die natürlichen Lebensgrundlagen schützen. Der bayerische Biodiversitätspreis, der "Bio-Oskar", würdigt deshalb vorbildliches ehrenamtliches Engagement für die Naturschätze im Freistaat.“ Dies betonte Umweltminister Söder bei der Auszeichnung der Preisträger. Bayerns Natur brauche Partner, die ihre Heimat lebens- und liebenswert erhalten wollen. Sie sollten Vorbild für andere sein.

Bild: Altmühl-Bote Gunzenhausen

Wohnten der Preisverleihung in München bei (von links nach rechts): Alfred Engelmaier, Lions-Umweltschutzfonds Gunzenhausen, Karl Fickel, Bürgermeister von Gerolfingen, und Hannelore Gebhardt, Naturerlebnispädagogin aus Röckingen.

Neben der Kreisgruppe Landshut des Landesbunds für Vogelschutz und der Kreisgruppe Bad Kissingen des Bunds Naturschutz erhielt der Landschaftspflegeverband Mittelfranken den Preis für das beste Umsetzungsprojekt im Jahr 2009. Es trug den Titel „Die Berghexe am Hesselberg“. „Dass wir aus über 50 eingereichten Projekten mit einem Preis ausgezeichnet werden,macht uns stolz und darf auch die Menschen rund um den Hesselberg etwas stolz machen“, so Norbert Metz. Der Preis wurde erstmalig in diesem Jahr vom bayerischen Naturschutzfonds ausgelobt und soll zukünftig alle zwei Jahre an herausragende Naturschutzprojekte vergeben werden. Der bayerische Biodiversitätspreis ist mit insgesamt 15000 Euro dotiert und wird in zwei Kategorien verliehen: Es werden Projekte ausgezeichnet, die die bayerische Biodiversitätsstrategie in vorbildlicher Weise umsetzen (Kategorie „Umsetzung“). Zudem wird die ehrenamtliche Kartierung von Pflanzen- und Tierarten zur Dokumentation der Artenvielfalt ausgezeichnet (Kategorie „Erfassung“). Der Hauptpreis vereint beide Kategorien.

Mit dem Projekt „Die Berghexe am Hesselberg“, das im Jahr 2009 als ein Projekt im Rahmen der Initiative „Bayerns Ureinwohner“ durchgeführt wurde, ist es nach Aussage des Natur­schutzfonds gelungen, das Thema Biodiversität am Beispiel der Berghexe, einem bedrohten Tagfalter, der örtlichen Bevölkerung auf kreative Weise nahezubringen. Mit zahlreichen Führungen und Naturerlebnisaktionen wurden Kinder und Erwachsene aktiv in die Naturschutzarbeit eingebunden. Für Bürgermeister Karl Fickel aus Gerolfingen, der der Preisverleihung in München beiwohnte, ist diese Auszeichnung nach eigener Aussage Ansporn, diese Form der Bürgeraktionen fortzuführen.

Der Lions-Umweltschutzfonds Gunzenhausen hat die Bemühungen des Landschaftspflegeverbands Mittelfranken und der Gemeinden am Hesselberg bei den großen Entbuschungstagen der Jahre 2008 und 2009 jeweils mit 900 beziehungsweise 500 Euro unterstützt. „Es ehrt somit auch den Lions Club und vor allem die Aktiven, die an beiden Tagen teilgenommen haben, dass dieses unterstützte Projekt bayernweit solch eine Anerkennung gefunden hat“, freut sich Norbert Metz.

 

(mit freundlicher Genehmigung des © ALTMÜHL-BOTE, GUNZENHAUSEN, 27.09.2010)

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