Günstige Lage für das Biotop?

Störche können am westlichen Stadtrand auf die Futtersuche gehen

Störche können am westlichen Stadtrand auf die Futtersuche gehen
Günstige Lage für das Biotop?
Freistaat trägt 70 Prozent der Kosten von 210000 Mark - Hilpert: Standort wird von Experten befürwortet - Lions-Umweltschützer pachten und betreuen Areal

GUNZENHAUSEN. Einen „reich gedeckten Tisch" werden die Störche und weitere bedrohte Vogelarten schon bald am westlichen Stadtrand von Gunzenhausen vorfinden. Dort soll auf Wunsch des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) auf einer Fläche von rund sieben Hektar - begrenzt vom Wurmbach und dem Wirtschaftsweg in Richtung Unterwurmbach — ein Nahrungsbiotop entstehen, das die mit der Flutung des Altmühl-sees „untergegangenen" Naßwiesen als Futtergrundlage ersetzen soll.

Um die Frage der Finanzierung ging es nun in der jüngsten Sitzung des Zweckverbands Altmühlsee, Vorsitzender Bürgermeister Willi Hilpert informierte die Mitglieder, nach langwierigen Verhandlungen habe sich nun ein „tragbarer Kornpromiß" ergeben. Demnach würden die Gesamtkosten in Höhe von 210000 Mark zu 70 Prozent vom Freistaat Bayern und zu 15 Prozent vom Landschaftspflegeverband Mittelfranken übernommen. Die restlichen 15 Prozent, also rund 32000 Mark, müßten vom Zweckverband aufgebracht werden.

Der Sitzungsleiler gab weiter bekannt, den Ausbau der Fläche übernehme der Landschaftspflegeverband, Eigentümer sei der Staat und als Pachter und Betreuer trete der Lions-Umweltschutzfonds auf. Die laufenden finanziellen Belastungen für den Zweckverband zum Unterhalt des Biotops bezifferte er auf rund 1000 Mark pro Jahr.

Landratsstellvertreter Hermann Roth aus Langlau merkte an, das Projekt sei aus ökologischer Sicht sicher begrüßenswert. Er gab allerdings zu bedenken, ob das Nahrungsbiotop nicht zu nahe am Stadtrand plaziert sei. Dazu führte Bürgermeister Hilpert aus, nach Ansicht von Fachleuten, Ornithologen und Wasserwirtschaftlern, habe sich die geplante Lage als günstig, erwiesen. Im übrigen seien das Gelände auch schon in früheren Jahren mit Tümpeln durchzogen gewesen. Weil der LBV unverzüglich mit dem Bau beginnen wolle, solle nun eine Entscheidung herbeigeführt werden. Mit dem Vorschlag, den Betrag von 32000 Mark ohne Anerkennung einer Rechtspflicht als freiwillige Leistung des Zweckverbands zur Verfügung zu stellen, zeigte sich das Gremium mehrheitlich einverstanden. -en-
Nummer 87 / Montag, 15. April 1991

(mit freundlicher Genehmigung des © ALTMÜHL-BOTE, GUNZENHAUSEN, 15.04.1991)

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