Gutem Ruf alle Ehre gemacht

Heeresmusikkorps 12 aus Veitshöchheim gab ein hervorragendes Benefizikonzert

GUNZENHAUSEN (dre) – Die Lions sind im Gunzenhäuser Land anerkannt, und ihre soziale Arbeit wird gewürdigt. Doch allgemeines Wohlwollen führt nicht immer automatisch zum konkreten Erfolg. Umso mehr freuten sich die Aktiven des Lions Clubs Gunzenhausen und des Lions-Hilfswerks Gunzenhausen- Wassertrüdingen, dass an einem ganz normalen Werktag rund 650 Menschen aus nah und fern zu ihrem Benefizkonzert in die Stadthalle kamen. Die Ankündigung eines bedeutenden Konzertereignisses hatte ihre Wirkung nicht verfehlt. Das Heeresmusikkorps (HMK) 12 aus Veitshöchheim gilt als Spitzenensemble, das im In- und Ausland viele Erfolg feiern konnte, und es machte seinem Ruf in Gunzenhausen alle Ehre. Zudem erwies sich wieder einmal, dass die Stadthalle einen optimalen Rahmen für solche Großereignisse bildet. Das Orchester ist nach der ehemals in Veitshöchheim residierenden 12. Panzerdivision benannt. Es wurde 1962 in Fürstenfeldbruck als Luftwaffenmusikkorps 5 aufgestellt. Nach einem zweijährigen Gastspiel in Nürnberg wurde das Orchester 1966 an den Sitz des Divisionsstabs in Veitshöchheim verlegt. Die strukturellen Veränderungen der Bundeswehr machten an dem Musikkorps nicht Halt. Inzwischen ist es der neuen Division für Luftbewegliche Operationen (DLO) unterstellt, deren Divisionsstab sich in der unterfränkischen Stadt nahe Würzburg befindet. Den Freunden der Musik mögen diese internen Veränderungen reichlich egal sein. Sie dürfen vom HMK 12 Blasmusik auf höchstem Niveau erwarten.

Lions Club Gunzenhausen -Benefizkonzert des Heeresmusikkorps 12 Fotos: Dressler

Bei mehreren bekannten Soldatenliedern zum Mitsingen gingen die Mitglieder des Blasorchesters mit gutem Beispiel voran.

Dafür ist seit dem Sommer 2003 Oberstleutnant Bernd Faber verantwortlich. In Gunzenhausen präsentierte er sich als „Kommandeur“, der seine Truppe stets im Griff hat und dabei bei aller ernsthaften Arbeit den Humor nicht zu kurz kommen lässt. Im Übrigen lenkte Faber immer wieder den starken Beifall des Publikums mit Gesten an seine Musiker weiter – wie es sich gehört.

Das Konzert begann mit dem Divisionsmarsch und der anspruchsvollen, langen Ouvertüre aus der Tannhäuser- Oper, in der sich getragene Klänge mit mächtig anschwellender Musik abwechseln. Es folgte ein knackiger Militärmarsch aus dem Jahr 1912. Bei den weiteren Stücken, darunter die Ouvertüre zur Operette „Orpheus aus der Unterwelt“, konnten die Soldaten ihre Fähigkeiten als Solisten gebührend zur Geltung bringen. Kleinere Umbesetzungen machten deutlich, dass die Orchestermitglieder verschiedene Instrumente meisterlich beherrschen und vielseitig einsetzbar sind – eben wie die ganze Armee. Interessant: Zum Orchester gehören auch einige Frauen, und alle Mitglieder sind ausgebildete Rettungsassistenten. Den ersten Konzertteil beschlossen ein spanisch anmutendes Stück und einfache Soldatenlieder, die zum Mitsingen anregten. Letzteres gelingt dem HMK 12 immer wieder, so auch in Gunzenhausen. Bernd Faber erinnerte in diesem Zusammenhang an die Teilnahme des Orchesters bei der ZDF-Sendung „Lustige Musikanten“ vor 20 Jahren und ließ offen, ob seine Mannschaft in einer der heutigen TV-Volksmusiksendungen gastieren würde.

Das Programm nach der Pause riss das Publikum dann endgültig zur Begeisterung hin und erfüllte alle Erwartungen. Bekannte Pop- und Big-Band-Klänge wechselten sich ab. Hin und weg waren die Zuhörer bei einem Medley mit Evergreens von Liedern, die einst Catarina Valente sang. Lilly Marleen und der York’sche Marsch beschlossen dann einen Musikabend, der keine Wünsche offen ließ.

Zu Recht dankte Lions-Präsident Helmut Lang dem Blasorchester ganz herzlich. Es hatte sich honorarfrei in den Dienst der guten Sache gestellt. Lang wies zu Beginn darauf hin, dass der Konzertreinerlös ausschließlich wohltätigen Zwecken zugute kommen wird. Lions legt seinen Schwerpunkt in den nächsten Jahren auf die Jugendarbeit. Man will bewährte, gut vorbereitete Projekte unterstützen, die etwa der Gesundheitsvorsorge und der Suchtbekämpfung dienen. Andere Projekte sollen dazu beitragen, dass junge Leute ihren gesellschaftlichen Wert finden und dazu beitragen, dass sie erwachsen werden. Helmut Lang erläuterte kurz, was damit gemeint ist. Kinder und Jugendliche seien heutzutage einer „gnadenlosen Einflussnahme“ durch Werbung, Kampagnen für Markenartikel, Internet und Drogen ausgesetzt. Es sei für sie viel schwieriger als vor Jahrzehnten, Orientierung zu finden. Hier wolle die Lions-Organisation ansetzen. Es dürfe nicht sein, dass Lehrbetriebe feststellten, viele Jugendliche seien für eine Ausbildung nicht geeignet.

Einen finanziellen Erlös erwartet der Lions Club auch durch seinen Adventskalender, der in der Pause im Stadthallenfoyer zum Verkauf angeboten wurde und in den nächsten Wochen noch erhältlich ist. Der Kalender bereite nicht nur Freude, sondern sei im Grund ein attraktives Gewinnspiel, merkte der Präsident werbend an.

Lions Club Gunzenhausen -Benefizkonzert des Heeresmusikkorps 12 Fotos: Dressler

Auch optisch stimmte an diesem Abend alles: Das Heeresmusikkorps 12 ist einer von zurzeit 22 Klangkörpern der Bundeswehr.

Lions Club Gunzenhausen -Benefizkonzert des Heeresmusikkorps 12 Fotos: Dressler

Oberstleutnant Bernd Faber (rechts) ließ seine Musiker des Öfteren „antreten“, damit sie den gebührenden Beifall entgegennehmen konnten.

Lions Club Gunzenhausen -Benefizkonzert des Heeresmusikkorps 12 Fotos: Dressler

Ob Trompete, Klarinette oder Hörner – die Soldaten gaben auch als Solisten ihr Bestes.

(mit freundlicher Genehmigung des © ALTMÜHL-BOTE, GUNZENHAUSEN, 11.10.2005, Fotos: Dressler)

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