Hochkarätige Instrumentalisten

Kammerorchester der Bundeswehr gastierte auf Einladung der Lions in Gunzenhausen

GUNZENHAUSEN (dre) – Kleine, feine Musik in stilvollem Rahmen versprach ein Konzertabend in der katholischen Kirche. Was dann geboten wurde, war in der Tat hochkarätige Kunst mit glänzender Beherrschung der Streichinstrumente. Das Kammerorchester der Bundeswehr spielte, und das Gotteshaus an der Nürnberger Straße erwies sich als akustisch sehr geeigneter Rahmen für diesen Abend. Klassische Musik besonderer Güte wird in Gunzenhausen nur selten dargeboten. Wenn es dann doch einmal der Fall ist, wissen es die Liebhaber aus Stadt und Umland zu schätzen. So war die Kirche gut gefüllt. Sicherlich trug dazu auch der gute Name der Lions bei. Diese weltweite Hilfsorganisation ist in Gunzenhausen und im südlich gelegenen Altmühltal mit zwei Clubs vertreten. Der eine wird von Helmut Lang geführt, der andere von Walter Minnameier. Beide taten sich zusammen, um das Ensemble mit jungen Wehrpflichtigen der Bundeswehr in die Region zu holen. Erstmals gab das Kammerorchester in Gunzenhausen ein Konzert.

Lions Club Gunzenhausen Fotos: Dressler

Klassische Musik besonderer Güte präsentierte das Kammerorchester der Bundeswehr dem Konzertpublikum in der katholischen Stadtpfarrkirche.

Doch bevor das aus Siegburg bei Bonn angereiste Ensemble den ersten Ton von sich gab, boten die beiden Lions Clubs jungen hiesigen Musikern die Möglichkeit, ihr Können unter Beweis zu stellen. Sie taten es mit „Blech“ (Trompeten, Posaunen, Saxofon) und Holzblasinstrumenten sowie mit Gesang. Einen besonderen Akzent setzte „Multitalent“ Heinz Horst mit Familie. Zu hören war unter anderem ein Saxofonstück von Mozart. Natürlich handelte es sich dabei um eine Bearbeitung. Das Saxofon-Instrument war zu Mozarts Zeiten noch längst nicht erfunden. Jedenfalls stellte Helmut Lang ohne Widerspruch fest, dass bereits mit diesem Vorprogramm das Ohr geöffnet und die Sinne geschärft worden seien für die Schönheiten der klassischen Musik. Das galt umso mehr für das Hauptprogramm mit dem Kammerorchester des Musikkorps der Bundeswehr. Es setzt sich aus hoch begabten wehrpflichtigen Streichern zusammen, die ihre Wehrdienstzeit im Militärmusikdienst der Bundeswehr ableisten.

Die jungen Künstler in Uniform sammeln hier Erfahrungen für ihren weiteren musikalischen Werdegang. Dass das Ensemble mit „nur“ 16 Aktiven in Gunzenhausen vertreten war, liegt laut Helmut Lang an den schwächeren Jahrgängen, aus denen Wehrpflichtige „gezogen“ werden, und an einer gewissen allgemeinen Verunsicherung, die die Armee erfasst habe. Das Kammerorchester repräsentiert die Bundeswehr bei der Umrahmung festlicher Veranstaltungen ebenso angemessen wie in Kammer-, Kirchenoder Sinfoniekonzerten zu Gunsten wohltätiger Zwecke und Einrichtungen. Die Stabführung hat Hauptmann Alexandra Schütz-Knospe. Sie ist stellvertretende Chefin des Musikkorps der Bundeswehr und somit Leiterin des Kammerorchesters. Hilfreich waren für das Publikum Erläuterungen eines Sprechers vor den einzelnen Stücken. Er stellte kurz die jeweiligen Komponisten vor und skizzierte ihren Lebenslauf und ihre Stellung in der klassischen Musik: Vivaldi, Pachelbel (in Nürnberg geboren), Händel, Bach, Mozart und Barber. Auch die jeweiligen Solisten wurden namentlich erwähnt, so dass sie die gebührende Aufmerksamkeit erhalten konnten, an erster Stelle das diesjährige „Geburtstagskind“ Mozart. Besonders wusste das Kammerorchester zu gefallen im Wechselspiel von Solisten und Gesamtformation.

Nett auch die beiden Zugaben, die nur gesungen wurden: „Im kühlen Grunde“ und „Alles wird gut“. Walter Minnameier sprach zusammenfassend von Darbietungen auf höchstem Niveau und „Traumreisen durch die Klangwelt der Kammermusik“. Stadtpfarrer Christian Konecnys Erwartung, dass Musik die Herzen für Gott öffnen und die Liebe Gottes zu den Menschen zeigen könne, ging an diesem Abend in Erfüllung. Ein solches Konzert hat nach den Worten von Clubpräsident Helmut Lang einen doppelten Zweck. Als Ereignis der musikalischen Spitzenklasse stelle es einen Beitrag zum kulturellen Leben in der Region dar. Und der Erlös fließe in Projekte des Lions-Hilfswerks für Kinder und Jugendliche. Mit Hilfe wissenschaftlicher Programme würden den jungen Leuten in Zusammenarbeit mit den Schulen Orientierung und Hilfe zum Erwachsenwerden gegeben. Nicht zuletzt stelle die Arbeit mit den Jugendlichen auch einen Beitrag zur Suchtprävention dar. Der Dank der Lions-Repräsentanten galt nicht zuletzt Verbindungsmann Ulrich Feldmann aus Hammelburg, der die Kontakte zur Bundeswehr knüpfte, so dass das Gastspiel der Wehrpflichtigen-Truppe überhaupt erst möglich wurde.

Lions Club Gunzenhausen Fotos: Dressler

Im Vorprogramm öffneten einheimische Musiker die Ohren für die Schönheit der klassischen Musik.

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Die jungen Musiker gaben ihr Bestes.

(mit freundlicher Genehmigung des © ALTMÜHL-BOTE, GUNZENHAUSEN, 31.01.2006, Fotos: Dressler)

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