Lions-Umweltschutzfonds ermöglicht Schutzprojekterweiterung im Hahnenkamm

Die Teilnehmer beim Besichtigen der deutlich vergrößerten Biotopfläche bei Mariabrunn. Fotos: Eisen
Die Teilnehmer beim Besichtigen der deutlich vergrößerten Biotopfläche bei Mariabrunn. Fotos: Eisen

Natürliches Kleinod nun deutlich größer - Dank einer Gemeinschaftsleistung konnte die Biotopfläche bei Mariabrunn auf 15 Hektar ausgeweitet werden.

HEIDENHEIM (re) – Seit über 25 Jahren besitzen der Bezirk Mittelfranken und der Landesbund für Vogelschutz bei Mariabrunn eine der wertvollsten Biotopflächen im Land­kreises Weißenburg-Gunzenhausen. Auf der Ausgleichs- und Naturschutzfläche sind auf relativ engem Raum unterschiedliche Bereiche zu finden, vom Magerrasen bis hin zur Moorfläche. Die Artenvielfalt von Pflanzen, Insekten und Vögeln kann sich sehen lassen. Einziges Manko war die bisher geringe Fläche und die Insellage des Grundstückes. Dies gehört nun der Vergangenheit an.

Als nun die umliegenden Flächen zum Verkauf standen, gelang es in einer Gemeinschaftsaktion, 11,5 Hektar Land zu erwerben und damit das Areal auf rund 15 Hektar auszuweiten. Ermöglicht wurde dies mithilfe des bayerischen Naturschutzfonds, des Landesbunds für Vogelschutz, des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen, des Umweltschutzfonds des Lions Club Gunzenhausen, des Bezirks Mittelfranken und der Marktgemeinde Heidenheim. Sie riefen mit Unterstützung der Regierung von Mittelfranken, der örtlichen Landwirte sowie dem Landschaftspflegeverband Mittelfranken dieses Projekt gemeinsam ins Leben.

Das Management für das Gesamtprojekt hat der Landschaftspflegeverband Mittelfranken übernommen und lud nun alle am Projekt beteiligten zu einem ersten Ortstermin ein. Neben Landrat Gerhard Wägemann nahm Christa Naaß, die Stellvertreterin des Bezirkstagspräsidenten, Robert Karl, der Bereichsleiter Umwelt, Gesundheit Verbraucherschutz von der Regierung Mittelfranken, Angela Stimmer und Georg Schlapp vom bayerischen Naturschutzfonds, Andreas Gastner, der Kreisvorsitzende des Landesbundes für Vogelschutz, Helmut Lang des Lions Clubs, Bürgermeisterin Susanne Feller-Köhnlein aus Heidenheim, Klaus Fackler, Diana Schmidt und Till Scholl vom Landschaftspflegeverband sowie die drei Heidenheimer Landwirte Karl-Heinz Hartmann, Hans Niedermeyer und Rainer Rebelein und Schülerinnen und Schüler der Waldorfschule Wendelstein mit ihren Lehrerinnen Renate Lange und Gabi Wendt an dem Ortstermin teil.

Wägemann zeigte sich wie die übrigen Grußredner erfreut, dass es durch das Zusammenspiel der unterschiedlichen Institutionen ermöglicht wurde, diese landschaftlich wertvolle Biotopfläche zu vergrößern. Dafür dankte er allen Beteiligten. Der Landrat hat den Landschaftspflegeverband selbst mit aus der Taufe gehoben und bescheinigte den Verantwortlichen, dass sie ihre Arbeit mit viel Engagement und Ideenreichtum durchführen. Für ihn ist das Projekt eine sinnvolle Ergänzung zur herkömmlichen Landwirtschaft und soll zeigen, dass sich diese und Naturschutz nicht ausschließen und ein Miteinander möglich ist.

Bürgermeisterin Susanne Feller­Köhnlein betonte, dass der Landschaftspflegeverband in der Gesamtgemeinde bereits wertvolle Arbeit geleistet hat. Sie nannte unter anderen den Umweltlehrpfad beim Schullandheim oder den Hohlweg in Hechlingen am See. Sie versicherte, dass der Gemeinderat stets ein offenes Ohr für die Anliegen des Verbandes hat und diese nach Kräften unterstützt.

Beim anschließenden Rundgang über die Fläche erhielten die Gäste Informationen über die geplanten Maßnahmen. Das Konzept wurde zusammen mit dem Landratsamt ausgearbeitet und sieht unter anderem vor, dass auf eine Länge von rund 350 Meter Hecken neu angelegt werden. Dafür müssen zirka 1000 Sträucher gepflanzt werden. Dazu kommen mehrere Laubbäume und 26 Obstbäume für eine Streuobstwiese.

Bei der Pflanzung waren jetzt schon die Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse der Waldorfschule Wendelstein aktiv. Neun Tage waren die Jugendlichen im Schullandheim untergebracht und halfen bei der Arbeit. Die Zusammenarbeit mit der Schule und dem Verband besteht schon seit 17 Jahren und die jeweiligen 9. Klassen haben im Hahnenkamm bereits eine Reihe von Maßnahmen zum Naturschutz durchgeführt.

Laut Till Scholl und Klaus Fackler sollen jetzt die erworbenen Äcker auf unterschiedliche Art wieder als Grünfläche angelegt werden. Ziel sei es, eine möglichst große Artenvielfalt zu gewinnen. Deshalb solle möglichst wenig eingegriffen werden. Wichtige Partner sind auch die zuständigen Landwirte Rebelein, Hartmann und Niedermeyer. Sie führen die Pflegemaßnahmen nach Anleitung des Landschaftspflegeverbands durch, was manchmal auch Handarbeit bedeutet.

Nachdem Landrat Wägemann, Christa Naaß, Robert Karl und Georg Schlapp zusammen eine erste Eiche gepflanzt hatten, ging die Führung weiter zur ersten Fläche des Projekts, das jetzt die obere Grenze bildet. Bisher wurden dort 60 verschiedene Schmetterlinge und 50 unterschiedliche Vogelarten beobachtet. Durch den Erwerb der weiteren Fläche rechnen die Fachleute damit, dass sich hier im Bereich Artenvielfalt noch einiges bewegt.

Die Teilnehmer beim Besichtigen der deutlich vergrößerten Biotopfläche bei Mariabrunn. Fotos: Eisen

(mit freundlicher Genehmigung des © ALTMÜHL-BOTE, GUNZENHAUSEN)

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