Schweißtreibender Einsatz bei Eggenthal

Freiwillige Helfer gingen gegen den Ampfer vor — Artenspektrum soll groß bleiben

HEIDENHEIM — Rund 20 Freiwillige trafen sich südlich von Heidenheim, um auf den wertvollen Flächen im Biotopkomplex bei Eggenthal den Ampfer zu bekämpfen. Organisiert wurde die Aktion vom Landschaftspflegeverband Mittelfranken. Dem Aufruf von Helmut Lang, Vorsitzender des Lions-Umweltschutzfonds Mittleres Altmühl- und mittleres Wörnitztal, folgten Mitglieder des Lions-Clubs und des Landesbund für Vogelschutz (LBV).

Der Biotopkomplex bei Eggenthal ist ein ausgesprochen strukturreiches Gebiet mit Quellrinnen, Halbtrockenrasen, Hangquellmooren, Gebüschen, Säumen, Äckern und Streuobstwiesen. Hier finden viele wertvolle und seltene Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Mittlerweile umfasst das Gebiet eine Fläche von etwa 15 Hektar, die extensiv landwirtschaftlich genutzt werden und der Natur zugutekommen. Der bayerische Naturschutzfonds, der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, der LBV, der Lions Club Gunzenhausen sowie der Bezirk Mittelfranken sind die Eigentümer der Grundstücke. Der Landschaftspflegeverband Mittelfranken betreut das Projekt und koordiniert die Pflege und Gestaltungsmaßnahmen.

Problematisch im Biotop sind der Krause als auch der Stumpfblättrige Ampfer, denn der Ampfer verdrängt andere Pflanzenarten, was zu einer Reduzierung des Artenspektrums führt. Die Pflanzen sind ohne chemische Spritzmittel kaum in den Griff zu kriegen. Der Grund liegt darin, dass sie sehr tiefe Wurzeln ausbilden und das Ausbreitungspotenzial enorm ist. Durch eine Mahd ist dem Ampfer nicht beizukommen. Eine Pflanze bildet mehrere tausend Samen, die bis zu 50 Jahre im Boden überdauern können. Selbst die Tieren verschmähen den Ampfer, weshalb er als Futterpflanze ungeeignet ist.

Die ehrenamtlichen Helfer wurden von Klaus Fackler, Landwirt und Mitarbeiter des Landschaftspflegeverbands, in die Kunst des Ampferstechens eingewiesen. Im Laufe des Vormittags konnte eine beachtliche Fläche vom Ampfer befreit werden. Projektmanager Till Scholl (LPV) zeigte sich begeistert über die große Anzahl an Helfern: „Ampfer stechen ist eine schweißtreibende Arbeit. Umso mehr freut es mich, dass so viele gekommen sind um uns zu helfen.“ Nun müsse man sehen, wie sich die Bestände entwickeln, so Scholl, der aber davon ausgeht, dass die Aktion noch öfter wiederholt werden muss.

Nach getaner Arbeit spendierte der LBV eine Brotzeit. Helmut Lang war sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis und der Resonanz, auf die die Aktion gestoßen war. Er strich besonders Alfred Engelmaier heraus. Der frühere Biologielehrer am Simon-Marius-Gymnasium ist bereits über 90 Jahre alt und beteiligte sich dennoch aktiv am Ampferstechen. 

(mit freundlicher Genehmigung des © ALTMÜHL-BOTE, GUNZENHAUSEN) Bild: LBV

Bild: Freiwillige Helfer gingen gegen den Ampfer vor — Artenspektrum soll groß bleiben Foto: LBV
Bild: Freiwillige Helfer gingen gegen den Ampfer vor — Artenspektrum soll groß bleiben Foto: LBV

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